Historie

Festschrift der Gesellschaft Haideblümchen

G e s c h i c h t l  i c h e r   Ü b e r b l i c k

Die “ Gesellschaft Haideblümchen “ wurde am 6. Januar 1853 mit Genehmigung des  Bürgermeisterei Borbeck gegründet. Oberhausen existierte zu diesem Zeitpunkt nicht einmal als Gemeinde oder Ortschaft. Die Gründung der Gesellschaft  entsprang einem Bedürfnis führender Männer der damals noch jungen Eisen und Kohle schaffenden Industrie nach einem gesellschaftlichen Leben und entsprechenden gesellschaftlichen Kontakten in einer noch verhältnismäßig einsamen und öden Landschaft der Oberhausener Heide und der um den Bahnhof herum entstehenden Bergbau – und Industrielandschaft. Dazu gesellten sich noch die wenigen Beamten der Eisenbahn, die an dem Haltepunkt „Oberhausen“  der Köln – Mindener Eisenbahn tätig waren. Die Gesellschaft begann somit als ” Sammelpunkt für alle, die bedürftig seien und fähig, im Freundeskreis nach gethaner Arbeit mit Anstand der Erholung sich zu erfreuen” (so wörtlich die Absicht ihrer Gründer  Karls Brans, kaufmännischer Leiter der Zeche Concordia, Wilhelm Grillo, der Gründer der Grillo Werke,  Daniel Morian, Unternehmer aus Neumühl und  des Bahnhofvorstehers Götzen). Der Zweck der Gesellschaft ist seit jeher „die Pflege der Geselligkeit und der vaterländischen Gesinnung unter den Mitgliedern” (§ 1 der Satzung), also die Pflege des gesellschaftlichen Lebens unter den Mitgliedern. Die Verfolgung politischer Ziele wurde und ist auch heute noch ausgeschlossen.

Die Mitgliederzahl wuchs angesichts des schnellen industriellen und wirtschaftlichen Wachstums und der Ansiedlung um den Haltepunkt „Oberhausen” sehr schnell. Hatten sich an der Gründung 30 Männer beteiligt, gehörten schon  8 Jahre später 58 Männer der Gesellschaft an und erfüllten  mit ihren Familien die Gesellschaft  mit Leben. Heute gehören der Gesellschaft insgesamt 126 Mitglieder an. Wurden bis vor wenigen Jahren nur Männer in die Gesellschaft aufgenommen, so sind heute auch Frauen als Mitglieder zugelassen. Die Anzahl der weiblichen Mitglieder steigt leider nur langsam und beträgt zur Zeit 10.

Schon 1879/80 errichtete die Gesellschaft aus eigenen Mitteln und zwar mit Spenden aus dem Kreis der Mitglieder ein eigenes Gesellschaftshaus mit allen notwendigen Einrichtungen, in dem von da an alle gesellschaftlichen Veranstaltungen stattfanden. Das Haus und die Gesellschaft überstand die schweren Zweiten nach dem 1. Weltkrieg, bis das Haus einem Bombardement im 2. Weltkrieg zum Opfer fiel. Die Gesellschaft selbst wurde auf Anordnung der Gestapo 1942 aufgelöst. Schon bald nach der Währungsreform wurde die Gesellschaft jedoch 1948 wieder ins Leben gerufen. Ein eigenes Haus besaß und besitzt die Gesellschaft  aber nicht mehr.

In der Gesellschaft sind verschiedene Kreise aktiv. Es bestehen innerhalb der Mitgliedergemeinschaft fünf Kegelclubs, die einmal im Jahr untereinander einen Kegelwettkampf bestreiten und die im regelmäßigen meist zweijährigen Turnus die Vorstandsarbeit durch aus ihren Reihen jeweils gewählte Mitglieder leisten. Die Clubs stehen allen am Kegelsport interessierten Personen offen . Sie freuen sich über jeden, der einem der Kegelclubs beitritt. Außerdem bestehen in der Gesellschaft verschiedene Gruppen und zwar ein Tanzkreis, ein Wanderkreis und ein Kinokreis. Sie organisieren regelmäßig  auf ihren Gebieten Veranstaltungen, die allen auch nicht fest zu dem jeweiligen Kreis gehörenden Mitgliedern offen stehen, und sind somit sehr aktiv. Auch diesen Kreisen kann sich jedes Mitglied anschließen.

Allgemein bietet die Gesellschaft im Laufe eines Jahres jeweils sehr interessante Veranstaltungen. Das Gesellschaftliche Leben innerhalb der nun schon 160 jährigen Gesellschaft ist somit als sehr vielfältig zu bezeichnen.

Oberhausen, den 1. März 2013

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